Am vergangenen Freitag (17.04.2026) versammelten sich die Schönecker Brandschützer zu ihrer alljährlichen Jahreshauptversammlung.
Gemeindebrandinspektor Thomas Walter und sein Stellvertreter Janik Ditzel konnten in ihrem Jahresbericht ein insgesamt positives Fazit ziehen. Personell ergaben sich in Summe keine Veränderungen zum Vorjahr. Sieben Neueintritten standen sechs Austritte und eine Übernahme in die Alters- und Ehrenabteilung gegenüber. Bei insgesamt 114 aktiven Feuerwehrangehörigen machen zehn Feuerwehrfrauen knapp zehn Prozent der Mannschaftsstärke aus.
Bauseitig und technisch tat sich im Jahr 2025 jedoch einiges. Neben dem lang erwarteten Eintreffen des seit Jahren bestellten Stromerzeugers für den Ortsteil Kilianstädten konnte dort auch der Serverraum klimatisiert werden. Beide Investitionen dienen der Erhaltung der Einsatzfähigkeit im Falle einer Großschadenslage. Der Neubau des Feuerwehrhauses in Oberdorfelden schreitet voran. Es ist davon auszugehen, dass die Einsatzabteilung Oberdorfelden im frühen Sommer in eine zeitgemäße Unterkunft einziehen kann. Die Feuerwehrhäuser in Büdesheim und Kilianstädten wurden im vergangenen Jahr, ebenso wie Feuerwehrfahrzeuge, mit vernetzten Rauchmeldersystemen ausgestattet. Brände mit Milionenschäden können dadurch verhindert werden.
Auch zu Einsätzen und Ausbilung berichteten Walter und Ditzel. 139 mal musste die Feuerwehr Schöneck im Jahr 2025 zu Bränden, Technischen Hilfeleistungen und medizinischen Notfällen ausrücken. Den größten Teil der Einsätze machten hierbei die Technischen Hilfeleistungen (in Summe 53) aus. Während der Einsätze leisteten die Feuerwehrangehörigen 1975 Stunden Arbeit für die Allgemeinheit. Um im Ernstfall bestmögliche Hilfe zu leisten, ist eine gute Aus- und Forrtbildung nötig. 180 Ausbildungseinheiten in den Einsatzabteilungen und 79 Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene schlagen mit insgesamt weiteren etwa 11.000 Stunden zu Buche.
Im Anschluss berichtete Gemeindejugendfeuerwehrwartin Samira Al-Kindy über den Sachstand des Nachwuchses. Insgesamt 50 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren bereiten sich in der Jugendfeuerwehr auf eine Übernahme in die Einsatzabteilung vor. Etwa ein Viertel davon sind weiblich. Nachwuchs und Betreuer erbrachten zusammen noch einmal etwa 7.900 Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit.
Um die Ausbildung mögichs realitätsnah zu gestalten, wurden im vergangenen Jahr Übungsatemschutzgeräte speziell für die Jugendfeuerwehr beschafft. Diese sind von Gewicht und Größe an die körperliche Konstitution der Kinder und Jugendlichen angepasst und simulieren lediglich einen Einsatz unter Atemschutz.
Zu den jüngsten Aktiven, den Mitgliedern der Minifeuerwehr, erstattete Gemeindeminifeuerwehrwartin Melanie Haas im Anschluss Bericht. 29 Kinder gehören der Minifeuerwehr Schöneck an. Spielerische Ausblidung und ein erstes Heranführen an die Tätigkeiten in der Feuerwehr schlugen bei insgesamt 62 Treffen mit etwa 1.400 Stunden zu Buche.
Den Abschluss der Berichte bildete der Rückblick des Leiters der Brandschutzerziehung in Schöneck, Sascha Brey. Auch er konnte auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken. Neben mehreren Brandschutzschulungen in den Kindertagestätten wurde auch eine Räumungsübung in einer Grundschule durchgeführt. Aus persönlichen Gründen kann Brey die Leitung der Brandschutzerziehung zukünftig nicht mehr ausüben. Ihm gilt der herzliche Dank der Feuerwehr Schöneck für seine jahrzehntelange Arbeit seit Einführung dieser gesetzlich zugewiesenen Aufgabe!
Bürgermeisterin Wacker überbrachte die Grüße aller in Schöneck vertretenen Fraktionen und bedankte sich auch in deren Namen herzlich.
In ihrem Grußwort ging sie auch auf die Probleme ein, welche die Feuerwehr beschäftigen. Nach wie vor ist die so genannte Tagesalarmsicherheit, also die Verfügbarkeit von freiwilligen Feuerwehrleuten, zwischen 6 und 18 Uhr ein Problem. Wenige Feuerwehrangehörige arbeiten in Schöneck oder z.B. im Schichtdienst. Die Verwaltung ist hier aktuell gemeinsam mit der Feuerwehr auf der Suche nach Lösungen. Auch die Knappheit von Wohnraum wirkt sich durch notwendigen Wegzug junger Feuerwehrmitglieder negativ auf die Feuerwehr aus. Hier reagiert die Gemeinde bereits mit der bevorzugten Vergabe von Gemeindeeigenem Wohnraum an die aktiven Brandschützer.
Nach den Grußworten von Kreisbrandmeister Björn Winterhalter stand für vier junge Menschen die Übernahme in die Einsatzabteilung an. Walter konnte Niklas Abraham, Simon Becker, Thorsten Fäustel und Henk Jansen mit Handschlag bei den Aktiven begrüßen.
Das sich nicht nur technisch bei der Feuerwehr etwas tut und auch mentale Gesundheit eine Rolle spielt und ernst genommen wird, zeigte die Vorstellung des Peer-Systems für die Feuerwehr Schöneck. Mit Samira Al-Kindy und Jan Hübler stehen zwei ausgebildete Fachkräfte für Prävention und erste Intervention zur Verfügung. Beide haben umfangreiche Beschulungen durchlaufen, um diese wichtige Arbeit auszuüben. So sind beide für die „Psychossoziale Notfallversorgung – Einsatzkräfte“ (PSNV-E) geschult. Samira Al-Kindy ist darüber hinaus noch Psychologin in Ausbildung, Jan Hübler ausgebildeter Notfallseelsorger.
Um in einer demokratischen Organisation auch der „Jugend“ eine gewichtige Beteiligung bei Entscheidungen zu ermöglichen, wird noch im Mai das Nachwuchsforum starten. Junge Angehörige der Einsatzabteilungen zwischen 16 und 25 Jahren sollen sich hier vernetzen und eine gemeinsame Meinung zu wichtigen Themen der Feuerwehr Schöneck finden. Diese findet dann Eingang in die Entscheidungen auf Führungsebene.
